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Schnur reißt im Drill: Bremse, Tempo und Pausen richtig setzen

Die Schnur reißt im Angelspiel fast immer, weil du während einer Flucht weiterkurbelst. Lass den Fisch in dieser Phase über die Bremse ziehen und hol Schnur erst zurück, wenn er wendet oder stehen bleibt.

Autor
Maximilian Richter
Stand
21.09.2026
Am meisten Nutzen
Ace Fishing, Fishing Rival, Professional Fishing

Was die Spannungsanzeige eigentlich misst

Fast jedes ernsthafte Angelspiel zeigt während des Drills einen Balken oder eine Farbskala. Man könnte meinen, das sei eine Art Lebensanzeige des Fisches. Ist es nicht. Der Balken steht für das, was am echten Wasser die Schnur aushalten muss: die Summe aus dem Zug des Fisches und dem, was du selbst mit der Kurbel draufgibst. Den ersten Teil kannst du nicht beeinflussen. Den zweiten schon, und zwar vollständig.

Wie die Spiele diesen Wert genau berechnen, veröffentlicht keiner der Entwickler. Com2uS beschreibt für Ace Fishing immerhin das Prinzip: Du kontrollierst die Schnur mit der Kurbel, und der Fisch wird müder, je länger du durchhältst. Das ist die Grundregel jedes Drills, am Rhein wie auf dem Handy. Durchhalten heißt dabei nicht dagegenhalten.

Spielszene aus Fishing Rival, drittes Bild der Google-Play-Galerie
Fishing Rival · Screenshot: Google Play / 8K Games Limited. Im Duell zählt der größte Fisch, ein Abriss kostet also die ganze Runde.

Die Bremse ist kein Feind

Am echten Gerät stellen erfahrene Raubfischangler die Rollenbremse meist so ein, dass sie etwa bei einem Drittel der Tragkraft der Schnur nachgibt. Das klingt wenig, und genau darum geht es: Die Bremse soll Schnur freigeben, bevor es knallt. Viele Spiele lassen die Bremse gar nicht einstellen und simulieren sie über das Loslassen der Kurbel. Dann bist du selbst die Bremse.

Ich halte das für die wichtigste Umstellung überhaupt. Wer in einer Flucht den Daumen hebt, verliert ein paar Meter Schnur und behält den Fisch. Wer weiterkurbelt, gewinnt nichts und verliert alles. Die Meter holst du wieder, sobald der Fisch wendet.

Ein Drill in sechs Phasen

  1. Anhieb setzen. Beim Zander mit seinem harten Maul kräftiger als beim Barsch. Im Spiel ist das meist ein Wischen oder ein Tippen im richtigen Moment.
  2. Erste Flucht abwarten. Daumen weg, Anzeige beobachten, nicht nachgeben wollen, sondern ablaufen lassen.
  3. Schnur gewinnen, wenn er steht. Kurze, ruhige Kurbelphasen, sobald die Anzeige zurückgeht.
  4. Pumpen statt ziehen. Am Wasser hebt man die Rute an und kurbelt beim Absenken. In Spielen mit Rutenwinkel wirkt das ähnlich, in anderen reicht der Wechsel aus Halten und Loslassen.
  5. Letzte Flucht einplanen. Hecht und Wels starten kurz vor dem Kescher oft noch einmal. Wer hier schon jubelt, kurbelt in den Abriss.
  6. Landen. Erst wenn die Anzeige ruhig bleibt.

Vier Fehler, die man von außen sofort sieht

  • Kurbeln gegen die FluchtDie Anzeige springt in den roten Bereich, der Daumen bleibt trotzdem drauf. Das ist die häufigste Ursache für Schnurbruch in allen Spielen mit Spannungsbalken.
  • Zu lange PausenWer nach der Flucht nicht mehr kurbelt, gibt dem Fisch Zeit, sich zu erholen und in Hindernisse zu ziehen.
  • Gerät zu schwach für den FischMit der Barschrute auf Wels zu gehen, endet hier wie dort mit leerer Spule.
  • Automatik im DauerbetriebMonster Fishing 2026 bietet automatisches Angeln. Wer nur so spielt, lernt den Rhythmus der Flucht nie.

Fehler Nummer drei lässt sich vor dem ersten Wurf vermeiden, wenn du weißt, welcher Fisch am jeweiligen Standplatz wartet. Und ob ein Biss überhaupt kommt, hängt an der Köderführung. Welche der fünf Spiele den Drill am ernsthaftesten nachbilden, steht in der Übersicht der Spiele.